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Heute bin ich eine Prinzessin, morgen ein Cowboy – Cosplay

8. August 2017 - 11:50

Cosplay Trend aus Japan

Liebe buchschwestern,
jedem, der schon einmal auf der Leipziger Buchmesse war oder regelmäßig an Conventions teilnimmt, ist schon mindestens ein Cosplayer über den Weg gelaufen. Oft sind die Kostüme bunt, auffällig und manchmal auch sehr kurios. Doch was hat es mit diesem Cosplay eigentlich auf sich und warum wird diese Art des „Verkleidens“ immer beliebter?

Cosplay heißt sich zu verkleiden. So wie bei Fasching, oder?

Das Wort Cosplay setzt sich aus den englischen Worten „costume“ und „play“ zusammen und heißt frei übersetzt so viel wie „Kostümspiel“.
Die freie Übersetzung lässt schon erahnen, dass es eben nicht nur eine reine Verkleidung ist. Vielmehr schlüpft der Darsteller komplett in die Rolle seines Charakters und versucht, eine Figur aus Videospielen, Filmen, Büchern, Mangas oder Animes so perfekt wie nur möglich darzustellen.
Das bedeutet natürlich auch, dass im Vorfeld viel Recherche und Übung notwendig ist. Manche Darsteller gehen in ihrer Rolle sogar so weit, dass sie ihre Bewegungen, Sprache und sogar die Essgewohnheiten und Charakterzüge ihrer Figur anpassen.

Und auch die Kostüme bringen viel Arbeit mit sich. Natürlich kann man sich fertige Kostüme kaufen oder bestellen, einem richtigen Cosplayer wäre das jedoch zu langweilig. Sie schneidern ihre Kostüme selbst, passen sie ideal ihren eigenen Körpermaßen an und interpretieren sogar ihre eigenen Ideen in das Kostüm. Das Ergebnis sind hochwertige und detailverliebte Einzelstücke, die in jedem Fall aus der Masse hervorstechen und ein hohes Maß an Kunst und Kreativität darstellen.

Begleiterscheinung der japanischen Manga- und Anime-Kultur?

Tatsächlich ist Cosplay nicht allein in Japan entstanden. Die heutige Definition von Cosplay spiegelt viel eher Einflüsse aus Japan und den USA wider. In den 80er Jahren begannen in den USA und in Japan Menschen damit, sich wie fiktive Charaktere zu verkleiden und ihre Eigenheiten nachzuahmen.
In Japan fokussierten sich die – damals nur weiblichen – Darstellerinnen auf Charaktere aus Mangas und Animes. Gefördert wurde dies durch Künstler und Mangakas, die parallel zu ihren Werken auch Kostüme entwarfen, mit denen dann Models fotografiert wurden, um für diese Werke zu werben (Ne, damals gab es noch kein Instagram. Die haben Fotos für Zeitschriften und Poster gemacht. ;).

In den USA entwickelte sich der Trend, auf Comic-Conventions verkleidet zu erscheinen. Hier wurden von den Fans Figuren aus dem Star Trek Universum, Comicfiguren oder Seriencharaktere nachgeahmt. Die Idee für diese Praxis entwickelte sich aus bereits bekannten „Kostüm-Festen“ wie Halloween oder den in den 40ern beliebten Maskenbällen.
Der Begriff „Cosplay“ stammt letztlich aber doch aus Japan. Nobuyuki Takahashi verwendete das Wort im Juni 1983 erstmals in einem Artikel für die Zeitschrift „My Anime“. Seitdem hat sich die Szene dort so weit entwickelt, dass Cosplay eine beliebte Freizeit-Aktivität geworden ist, die auch im Alltag eine große Rolle spielt.
Mittlerweile hat hierzulande die japanische Kultur am meisten Einfluss auf die Cosplay-Szene. Dank des derzeitigen Comic-Trends aus den USA (Marvel und DC-Filme etc.), bekommt der westliche Cosplay-Stil allerdings starken Rückenwind.

Auf Messen und Conventions sind dadurch neben süßen Manga- und Anime-Mädchen auch zahlreiche Comic-Helden wie Spiderman oder Batman und unzählige Videospielcharaktere anzutreffen.

Und wie werde ich jetzt Cosplayerin oder Cosplayer?

Cosplay Trend aus Japan

Cosplay ist in Deutschland schon längst keine reine Begleiterscheinung mehr. Vielmehr entwickelt es sich zu einer eigenen kleinen Kultur, mit unterschiedlichen Unterkategorien und Ausprägungen. Auch die Werbe- und Geschäftswelt hat schon längst das Potential des Cosplay erkannt. Neben einem ungeheuer breiten Angebot an Material, Accessoires, Kostümen und mehr werden Cosplayerinnen und Cosplayer auch gern für Werbung, Öffentlichkeitsarbeit oder zu Promotion-Zwecken gebucht. Der Großteil der deutschen Cosplayer cosplayed aber zum eigenen Vergnügen als Hobby.

Wenn Ihr selbst mal cosplayen wollt, müsst Ihr heutzutage aber nicht unbedingt tief in die Tasche greifen oder Unmengen Zeit in ein eigenes Kostüm investieren. Qualitativ gute Cosplays zu kleinen Preisen gibt es bereits in diversen Online-Shops zu kaufen und reichen völlig aus, um dieses Hobby einmal auszuprobieren.
Auf lange Sicht gibt es viele Cosplayer, die Bücher und Anleitungen anbieten, mit denen man z. B. das Erstellen eines Kostüms erlernen kann. Allerdings ist dieses Hobby nur etwas für geduldige Menschen. Denn selbst geübte Cosplayer brauchen durchschnittlich zwei Monate, um ein Kostüm anzufertigen.

Aber wer weiß: Vielleicht sehen wir ja bereits auf der nächsten Leipziger Buchmesse eine buchschwester als Hanabi Ayase aus „12 Jahre“. ;)
Hier findet Ihr nochmal die Leseprobe. Und hier ist der Link zum Gewinnspiel.

Liebe Grüße und viel Spaß
Euer buchschwestern-Team



Kommentare

Bild des Benutzers Lesemaus_12

von Lesemaus_12 am

Ich finde Codplays voll faszinierend *^* Am liebsten würde ich ja auch mal cosplayen, aber ich bin nicht so geschickt mit der Nähmaschine xD Und ich wette es wird auch nicht sehr gut an mir aussehen xD

Bild des Benutzers Carlotte

von Carlotte am

Ich war ja schon, inzwischen, 2mal auf der LBM und habe die ganzen Cosplayer bestaunt, einfach weil viele so gut aussahen und die Cosplayer sichtlich viel Mühe und Arbeit rein gesteckt haben...
Nächstes Jahr versuche ich es auch mit meinem ersten Cosplay, dafür kaufe ich mir nur noch einen lilanen Zylinder... ist alles unabhänig vonneinander gekauft... mal sehen ob man mich erkennt xD
Und ich bin vlt nicht besonderes ruhig in den Fingern (ich zeichne nur um meine Finger in Bewegung zu erhalten weil ich sonst nervös werde), habe aber eigentlich viel Aussdauer und Spaß an sowas...

Bild des Benutzers lila Stern 4

von lila Stern 4 am

Tja, ich bin auch nicht sooo handgeschickt xD Aber viele Cosplays sehen soo toll aus! *-*

Bild des Benutzers IchMagKekse11

von IchMagKekse11 am

Ich hätte nie gedacht, dass man sowas in der USA früher auch gemacht hat!
Haha, ich kann gar nicht nähen und wenn dann war es eher nur mittelmäßig. Aber man sieht ja auch viele Cosplays zu Filmen, Bücher und Serien, auf den meisten Social Media-Plattformen.

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